Parson-Infos

Liebe Parson (Jack) Russell Terrier- und Welpeninteressenten!

Da uns immer wieder viele Anfragen erreichen, ob, wann und was für einen Hund man sich anschaffen sollte, haben wir uns (Christiane, die Besitzerin von Hazel, Anja Müller und ich) zusammengesetzt und einmal die häufigsten Fragen und unsere Antworten darauf zusammengetragen. Hier können Sie auf einen Blick diese Fragen in Zusammenhang mit der Anschaffung eines Parson Russell Terriers nachlesen. Der größte Teil der Antworten wurde von Anja Müller zusammengestellt. Ihr gilt unser allerherzlichster Dank für diese umfangreiche Arbeit. Den Text hat Christiane so gut geschrieben, daß ich ihn einfach übernommen habe.
Betonen möchten wir noch, dass die Antworten nur eine Richtung für Sie vorgeben sollen, hätten wir alle Fragen so ausführlich abgehandelt wie es in einem persönlichen Kontakt möglich wäre, würde dies den Rahmen sprengen. Wenn Sie also weiterführende Fragen haben, dann können Sie sich natürlich jederzeit per Email an uns wenden:  Christiane und Christine
Fragen Sie ruhig!

Parson (Jack) Russell Terrier – Anfängerhunde?

Nein! Ganz klar: Nein! Sie haben einen Nachbarn, der hat aber einen ganz lieben und ruhigen? Herzlichen Glückwunsch, diese Exemplare haben Seltenheitswert. Wenn Sie einen lieben und gut verträglichen PRT sehen, liegt das zu 99,99 % an der Arbeit, die der Besitzer in den Hund investiert hat.

PRT sind – wie alle Terrier (lat. terra = die Erde) Bauhunde. Da sie imWelpe Bau ganz auf sich allein gestellt sind, besitzen sie ein hohes Maß an Eigeninitiative, Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und Intelligenz. Bei den meisten PRT muss man höllisch aufpassen, dass sie einen nicht übers Ohr hauen und so langsam die Führung des Rudels übernehmen. Und sie machen das so unterschwellig, dass man es oft nicht merkt; es ist schon ein bisschen Hundeerfahrung nötig, um das überhaupt zu erkennen. Gleichzeitig sind sie aber auch sensibel, so dass man Zurechtweisungen und evtl. Bestrafungen genau dosieren muss. KONSEQUENZ ist bei so einem intelligenten Hund oberstes Gebot! Er wird jede menschliche Schwäche und Unachtsamkeit für sich ausnutzen, und glauben sie nur nicht, so ein kleiner Welpe von 8 oder 10 Wochen könne das noch nicht! Ein Welpe wird sie von dem Moment an, an dem sie ihn abholen, genau beobachten und nach zwei Tagen hat sich er sich spätestens ein Bild gemacht und schon die ersten Schwachstellen herausgefunden – ganz sicher!

Man muss aber auch nicht schon seit 20 Jahren Hundeausbilder sein, um PRT zu halten und zu erziehen: Wer bereit ist, Arbeit (und auch ein wenig Geld) in die Ausbildung seines Hundes zu investieren, bekommt den besten Kumpel der Welt. Welpenspielstunde, Hundeschule und/oder Arbeit mit einem/r Hundetrainer/in, Agilitytraining – all das sind wichtige Hilfen, um aus seinem JRT einen guten Begleithund zu machen. Denken Sie aber bitte nicht, dass mit 1 Jahr oder mit 1 ½ Jahren die Erziehung abgeschlossen ist und man sich dann zurücklehnen kann. Schließlich wird ja dessen Intelligenzquotient mit zunehmenden Alter nicht weniger! Wenn sie ihm nicht genügend Aufmerksamkeit zukommen lassen, bekommen Sie die Quittung garantiert. Oder er hat einfach mal eine schlechte Phase und wird Sie “fragen”, ob sie wirklich noch Rudeloberhaupt sein wollen. Auch diese Zeichen muss man erkennen lernen und unbedingt sofort darauf eingehen. Schleichen sich erst Unarten ein, wird es später um so schwerer, diese wieder abzustellen.

Die Intelligenz hat natürlich auch viele Vorteile! Sie sind lernwillig und freuen sich oft über neue Aufgaben. Nicht selten sind sie stolz, Erlerntes vorzeigen zu können. Man bekommt einen Hund, der mitarbeitet (wenn man ihm denn erst einmal gezeigt hat, dass das auch für ihn von Vorteil ist – z.B. Leckerlies).

Richtig angefasst, werden PRT tolle Familienkumpel, aber für jemanden, der noch nie mit Hunden und deren Ausbildung zu tun hatte, stellen sie eine schwere Hürde dar. Hier sollte man genau überlegen, ob man sich das zutraut und besser schon vor dem Welpenkauf eine geeignete Hundeschule (o.ä.) suchen.

 

Welpen -

Wie oft müssen sie raus und wie lange kann man sie alleine lassen?

Dies ist mit Abstand der am häufigsten auftretende Fragenkomplex - weiterführend wird das Thema Stubenreinheit bei Russell-Info unter "Stubenrein" erläutert.

Welpen werden ca. nach der 8. Lebenswoche abgegeben. Die ersten Wochen sind dann für die neuen Besitzer ziemlich stressig, denn der Welpe muss nun lernen, dass er nicht in die Wohnung machen darf und muss dazu anfangs alle 1 – 2 Stunden rausgebracht werden. Junge Hunde sind sehr gelehrig und begreifen schnell, was man von ihnen will, aber auch dann kann man sich auf einen 2 Stundenrhythmus einstellen für die erste Zeit. Sie können einfach nicht länger aushalten!

Nach und nach werden die Abstände größer, kleine Missgeschicke passieren aber schon noch einmal (z.B. beim intensiven Spielen oder ich muss mal......nach dem Fressen), darauf muss man sich einrichten. Dann nicht zu sehr schimpfen, schnell rausgehen mit dem Hund.

Im Alter von 6 Monaten können die Hunde schon nachts etwa 8 - 9 Stunden durchhalten und einen Tagesrhythmus von vielleicht drei oder vier Stunden einhalten.

Dies gilt nie für alle Hunde, jeder Hund ist da unterschiedlich, das sind alles nur “pie-mal-Daumen”-Regeln! Wir haben schon von Welpen gehört, die innerhalb von einer Woche "stubenrein" waren, so etwas gibt es, aber heißt nur: Der Welpe hat verstanden, dass er nicht in die Wohnung machen soll - die Möglichkeit, woanders zu machen, müssen Sie ihm geben, sonst ist bei allem guten Willen ihres Babys das nächste Malheur vorprogrammiert.

 

Einen Welpen sollte man zunächst gar nicht alleine lassen. Sie haben dann große Verlassensängste und werden zwangsläufig heulen oder suchen Trost im “Möbelzerschreddern” oder “Abtapezieren”. Man muss ihm erst ganz langsam beibringen, dass ihm nichts passiert und man immer wiederkommt. Hunde sind Rudeltiere, die sich nun einmal am wohlsten fühlen, wenn ihr “Rudel” immer komplett ist.

Trainieren kann man zum Beispiel durch den Gang zum Mülleimer, zum Briefkasten, in den Keller, dann zum Zeitungshändler, Bäcker, etc... Sie sollten also mit Minisequenzen anfangen und diese langsam steigern.

Schleichen Sie sich nie einfach davon!! Dann muss der Hund ja Angst bekommCharley1en, dass Sie ihn verlassen wollen. Machen Sie ein Ritual aus dem Weggehen, dass er sich merken kann. Z.B. lassen Sie ihn sitzen (wenn er es schon kann) und sagen: “Ich komme gleich wieder, sei schön brav”. Sie können auch “Pudelmütze” sagen, das ist dem Hund wurscht, aber lassen sie es zu einer wiederkehrenden Handlung werden, die er erkennen kann. Und loben Sie ihn, wenn er artig gewesen ist. Wenn er anfängt zu jaulen, Abstände wieder verkürzen und vor allem nicht “trösten” wollen. Denn damit bestätigen Sie dem Hund, dass es ihm schlecht ging und er wird es nächstes Mal wieder tun. Gehen sie auf Jaulen nicht ein. Wenn möglich, gehen Sie erst wieder zu dem Hund, wenn er nicht mehr jault und loben ihn dann ganz doll. Belohnen Sie also sein Aufhören!

Wenn man ihnen Zeit gibt, lernen die meisten Hunde, einige Zeit alleine zu bleiben.

Dennoch sollte man sich klarmachen: Ein Hund sollte regelmäßig nie länger als ca. 5 Stunden alleine zu Hause bleiben!!! Wenn man einem Hund das nicht bieten kann, sollte man sich keinen anschaffen. Und wenn man schon einen hat und die Lebenssituation sich so verändert, dass der Hund mit einem Mal alleine bleiben muss, sollte man sich an einen Hundeauslaufservice o.ä. wenden, um dem Hund noch ein halbwegs artgerechtes Leben zu bieten. Ich als Züchterin wünsche mir, daß eine Person in der Familie ganztägig zuhause ist.

 

Oder ist ein erwachsener Hund vielleicht besser für mich geeignet?

Kann ich die Anfangsarbeit bei einem Welpen nicht leisten, sollte man sich nach einem erwachsenen oder zumindest schon einige Monate alten Junghund umsehen. Das hat auch viele Vorteile, denn der Züchter - oder das Tierheim oder die Pflegestelle - können dann schon recht zuverlässige Aussagen über den Charakter machen und man kann oft einen Spaziergang mit dem Tier machen, um sich Kennenzulernen und den Hund im Umgang mit anderen Hunden/Tieren/Menschen/Kindern beobachten.

Bellen

Auch die Frage, ob PRT viel Bellen wird immer wieder gestellt.

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt Exemplare, die mehr bellen und welche, die weniger bellen.

Der PRT ist dazu gezüchtet, den Fuchs im Bau zu stellen und dann durch kräftiges Bellen anzuzeigen, wo der Kessel ist und der Fuchs und der Hund sich befinden. Dafür soll er eine kräftige, klare Stimme haben.

.....................So wird ein PRT also schon mal bellen. Viele schlagen an, wenn jemand an der Tür ist, was den meisten Besitzern auch ganz angenehm ist. Ansonsten ist ein ausgeglichener Hund, der, wenn er seinen Bewegungsdrang ausleben konnte, in der Wohnung/Haus meist ein ruhiger Gefährte ist - wie man das im übrigen bei vielen Jagdhunden beobachten kann.

Auch hier können wir nur raten: Fragen Sie den Züchter! Denn schon als kleine Welpen kann man oft erkennen, welcher Hund vielleicht zum Kläffen neigt. Der Rest ist dann Erziehungssache.

Pepper bellt gerne und ausgiebig bei jeder Gelegenheit, sie ist einfach eine Quatschtüte. Ich muss zugeben, ihre Frequenz klingelt mir manchmal etwas in den Ohren ;-).  Merlin heult er ganz schrecklich, wenn das Telefon läutet. Fancy bellt selten, hat sich aber leider einiges von den Anderen abgeguckt :-(.

Auslauf

Ein PRT ist von der Veranlagung ein Arbeitshund und braucht als solcher viel Beschäftigung, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ca. zwei Stunden Auslauf am Tag (mindestens eine Stunde am Stück richtig laufen können) sollte so ein Hund bekommen. Kann man nicht ganz so viel laufen (weil man mit Grippe im Bett liegt o.ä.) kann man hier Abhilfe durch vermehrtes Spielen zu Hause verschaffen.

Rüde oder Hündin

Rüden sind dominant und Hündinnen ergeben ? Falsch!

Parsons sind grundsätzlich temperamentvolle Hunde – unabhängig vom Geschlecht . Es gibt immer dominantere und weniger dominante.

Bei einem Rüden muss man sich evtl. auf kleine Machomanieren (z.B. verteidigt eine Freundin gegenüber anderen Rüden) einstellen, Hündinnen können evtl. ein bisschen zickig sein (wie bei allen Hunderassen).

Der Vorteil eines Rüden: er wird nicht läufig. Nachteil, sie müssen jedes Mal mindestens (!) eine halbe Stunde pro Spaziergang einplanen, weil er an jedem zweiten Baum ein bisschen pieselt (Revier markieren). Außerdem werden einige “kopflos”, wenn läufige Hündinnen in der Nähe wohnen.

Der Vorteil einer Hündin: Sie laufen den Rüden nicht hinterher, erledigen ihre Geschäfte zügiger (auch hier gibt es welche, die ihr Revier markieren, meist dominante Hündinnen). Oftmals sind sie nicht ganz so große Rabauken wie ihre männlichen Verwandten.

Nachteil ist hier die Läufigkeit (in der Regel zweimal im Jahr), wobei nur die Stehtage kritisch sind (evtl. sollte man sich eine Kastration überlegen).

Manche Menschen finden Rüden kerniger oder Hündinnen freundlicher, das sind meist Erfahrungswerte mit nur wenigen Hunden.

Generell sollte man mit den Züchtern ein ausführliches Gespräch führen, welcher Welpe welche Charaktereigenschaften zeigt und danach entscheiden. Der Charakter des Hundes sollte zum Menschen passen (z.B. ein Mensch der Agility machen möchte sollte keinen nervösen oder ruhigen Hund nehmen etc.), dann ist das Geschlecht egal.

Glatt- oder rauhaarig?

Das kann man bei einem Welpen selten genau bestimmen, höchstens aus der Erfahrung eine Vermutung abgeben. Es gibt glatthaarige Welpen aus zwei rauhaarigen Elternteilen und rauhaarige aus nahezu glatthaarigen Eltern. Oftmals zeigt sich ca. ab der 12. Woche eine Tendenz, manche Hunde ändern ihre Haarqualität allerdings noch nach 6 Monaten. Man kauft eine Art “Wundertüte”. Sprechen Sie auch hier mit den Züchtern, sie können Ihnen vielleicht sagen, ob diese Hündin bisher nur rauhaarige Welpen gebracht hat (etc.), aber eine Garantie kann Ihnen keiner geben.

(Nach Rücksprache mit einer Tierärztin: das Gen für glatthaarig ist rezessiv , sind also beide Elternteile “echt” glatthaarig [kann man oft nicht erkennen, wenn der Hund gut getrimmt ist], kann theoretisch nur glatthaarig rauskommen.)

 

Farbe?

Die Farbe, weit ausgedehntes Kapitel: Grundsätzlich ist es so, dass ein PRT als Grundfarbe weiß haben muss. Dazu kommen braune, schwarze oder helle (fast gelbliche) Flecken.

Es ist nicht richtig, dass “wahre” PRT nur die dreifarbigen sind.

Es ist nicht richtig, dass PRT nicht weiß-schwarz sein dürfen oder weiß-braun sein müssen.

Es ist Unsinn, dass die Flecken an bestimmen Stellen sitzen müssen.

Es ist kein Manko, wenn der Hund keine Pigmente am Augenlid aufweist.

Warum: Ganz einfach, der PRT ist zur Fuchsjagd bestimmt. Er soll mehr weiß als Farbe aufweisen, damit man ihn nicht mit dem Fuchs verwechseln kann, aber ansonsten ist es dem “Terrierman” (und dem Fuchs) wurscht, wo und welche Farbflecken der Hund hat.

Welche Zeichnung man bevorzugt, hängt einfach vom persönlichen Geschmack ab.

Die Farbenlehre als solche betrachtet ist wunderbar nachzulesen unter Jackrussell-Schweiz.

Kosten

Achja, dann die Frage nach den Kosten. Der Welpe, der Tierarzt, die Hundesteuer, Versicherung, Futter, Zubehör. usw .

Grundsätzlich läßt sich sagen, dass die Anschaffung nur ein kleiner Teil der Kosten ist, die im Laufe der Jahre auf sie zukommen werden. Über den Daumen gepeilt, kostet ein Parson-Russell-Terrier von einem anerkannten Züchter zwischen 800,-- und 1.200,-- €, wobei auch hier sicherlich noch Schwankungen von Züchter zu Züchter oder regional festgestellt werden können.

Die Folgekosten sind aber sicherlich der Teil, der wesentlich mehr ins Gewicht fällt. Tierarzt mit Impfungen und Behandlungen machen, neben dem Futter, einen großen Posten aus, hier würde ich, gerade wenn der Hund noch jung ist, mit mehr Kosten rechen, ca. 30,00 € pro Monat. Hat sich ihr Baby erstmal konsolidiert, kommen nur noch die Impfungen (einmal pro Jahr) und gelegentliche Wehwechen hinzu.;-)

Die Ernährung. Kein Hund sollte sich ihre Nahrung mit Ihnen teilen und zum Resteverwerter werden. Speziell zusammengestellte und auf den jeweiligen Energiehaushalt eines Hundes abgestimmte Hundenahrung ist nicht so teuer und der Hund wird es Ihnen mit einer langen Gesundheit danken. Hier kann ich kaum eine Hausnummer angeben, aber ich denke zwischen 1,00 und 3,00 € (für unsere Parsons) täglich ist vorstellbar.

Versichert werden muss der Hund auch, eine Hundehaftpflicht ist zwischen ca. 100 ,00 und 200,00 € pro Jahr erhältlich und auf vielen Hundeplätzen Pflicht.

Die Hundesteuer: Die ist von Stadt und Region her ganz unterschiedlich, in Berlin kostet ein Hund sicher viel mehr als in ländlichen Gebieten, bei uns in Söhlde sind es “nur” ca. 70,00 €.

Und haben Sie sich überlegt, wo der Hund untergebracht wird, wenn Sie verreisen und Sie ihn nicht mitnehmen können, auch hier können Kosten auf Sie zukommen. Und auch die Unterbringung am Urlaubsort kostet evtl. mehr, die Bahnkarten usw.

..... und der ganze Zusatzbedarf: Das ist das, was wir alle so gerne einkaufen, Spielzeug, Knochen, Decken, Körbe, Käfige, Näpfe, Leinen und Halsbänder undundund. Hier gibt es nach oben keine Grenze.

 

... und ein ganz wesentlicher Faktor: Egal, was der Hund geldlich kostet, er "kostet" Zeit, er braucht Aufmerksamkeit und die lässt sich nicht kaufen, sondern die muss man sich nehmen, gerade ein Jack -Russell in seinem ersten Lebensjahr ist sehr anspruchsvoll, investieren sie hier viel, werden Sie dafür später doppelt und dreifach belohnt. Sicherlich wiederholen wir uns hier, aber unserer Meinung nach, ist einer der wichtigsten Faktoren für die Anschaffung eines Hundes: Haben Sie die nötige Zeit, sich einem jungen Hund zu widmen und hier sprechen wir, wie Eingangs schon erwähnt davon, nicht von den kurzen Gassigängen oder von einem Laufenlassen im Garten, sondern von Dingen wie Hundeschule, Üben, Spaziergänge, die mit An- und Abfahrt gerne zwei Stunden und mehr brauchen und vieles mehr. Seien Sie sich selbst gegenüber ehrlich, und schätzen Sie ab, wie viel Zeit Sie wirklich in Ihrem Tagesablauf erübrigen können. Eine ganz sachliche Bestandsaufnahme wird Sie und den Hund davor bewahren, dass es dann doch nicht klappt.

Nicht berücksichtigt wurden Fragen: Wie finde ich den richtigen Züchter? Und worauf muss ich bei der Aufzucht und Prägung der Welpen achten, wenn ich einen Züchter auswähle oder besuche? Dies ist ein so umfangreiches Kapitel, mit dem sich ganze Bücher füllen lassen. Als allgemeinen Ratschlag, den wir immer wieder geben: Kaufen Sie nicht bei sog. Züchtern, die in Tageszeitungen inserieren und Welpen anbieten, egal ob nur eine oder mehrere Rassen, hier handelt es sich i.d.R. nicht um eingetragene Züchter, die sich den strengen Kontrollen ihres Verbandes unterziehen müssen, sondern im schlimmsten Fall um "Hundehändler". Rufen Sie statt dessen bei den Welpenvermittlungen der einzelnen Vereine an. Kaufen Sie nie einen Hund aus Mitleid, um ihn von dem Züchter zu erlösen, damit fördern sie unseriöse Praktiken. Achten Sie beim Welpenkauf auf vieles, was Sie auch sonst beeinflusst. Gehen Sie (soweit möglich) rational vor: Ist es sauber, eine entspannte, gute Atmosphäre, dürfen Sie die Elterntiere sehen oder mindestens die Mutter, sind die Welpen sauber, munter und zutraulich und machen einen gesunden Eindruck. Natürlich sollten Ihnen die Züchter auch sympathisch sein, denn für Fragen, die nach dem Welpenkauf auftreten (und es gibt immer Fragen), sollten Sie hier immer gerne anrufen wollen. Überstürzen Sie nichts, schauen Sie sich ruhig mehrere Zuchtstätten an, der Vergleich gibt Ihnen schnell ein Gefühl für Unterschiede in Haltung und Aufzucht.

So, genug der vielen, vielen Worte: Wir wünschen Ihnen viel Freude Kinder und Hunde - einfach schön!bei der Bestandsaufnahme und noch viel mehr Freude mit Ihrem neuen Gefährten und hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Auflistung ein paar der dringendsten Fragen beantworten konnten.

Und noch etwas: Ein Hund ist der beste Spielkamerad, den sich Kinder wünschen können, vor allem Jackies lieben Kinder über alles. Allerdings kann kein Kind einen Hund erziehen! Wenn Sie also daran denken sich einen Hund anzuschaffen, weil die Kinder so drängeln und alles dafür tun würden, Sie selbst aber nicht bereit sind o. gen. Arbeit selbst zu leisten, lassen Sie es lieber.


Ihre Christine Tust